Was zeichnet einen japanischen Garten aus?

Für Gartenliebhaber ist Grün nicht gleich Grün. Die verschiedenen Stilelemente von Barockgärten oder Klostergärten definieren die Einzigartigkeit jeder einzelnen Gartenanlage. Ein besonderes Highlight ist die japanische Variante der Gartengestaltung mit ihrer geplanten Natürlichkeit. Der japanische Garten ist in sich gesehen eine besonders ambivalente Gartenform. Das Prinzip der Dualität, des Yin und des Yang spiegeln sich darin wieder. Auf der einen Seite existiert ein ganzes Sammelsurium an Regeln. Ein Großteil des Regelwerks sorgt jedoch nur dafür, dass der Garten möglichst naturbelassen erscheint. Mit gezielter Genauigkeit soll im japanischen Garten folglich die Natur nachgebildet werden. Aus diesem Umstand ergeben sich eine Reihe von spannenden Effekten, welche die Entdeckung eines japanischen Gartens besonders empfehlenswert machen.

All diese Besonderheiten ergeben sich durch die besondere Gestaltung und mit einigen professionellen Tipps wollen hier auch nicht geizen, damit der nächste Besuch einer entsprechenden japanischen Gartenanlage in Europa oder sogar im Herkunftsland durch Hintergrund noch mehr Freude bereitet.

 

  • Unebene Weggestaltungen sorgen für ein spannendes Entdecken der Anlage.
  • Die vier Elemente (Erde, Feuer, Luft und Wasser) werden meist sehr symbolhaft dargestellt. – Nur eingeweihte Besucher erkennen alle Symbole.
  • Viele Besucher erkennen ihren eigenen Lebensweg durch die besonderen Anordnungen.
  • In der Spezialform der Teegärten wird die Wildnis regelrecht zelebriert.
  • Verschiedene Fixpunkte im japanischen Garten erscheinen aus unterschiedlichen Perspektiven immer wieder neu.

„Das Gewahrwerden – die bewußte Wahrnehmung – ist ein wenig wie Magie; es ist die Alchemie, die die niederen Metalle in Gold verwandelt“ – Günter Nitschke, 1999

 


Die Inhalte des japanischen Gartens

Die verschiedenen Gestaltungselemente sollten in ästhetischer Hinsicht harmonieren. Damit dies erreicht wird, steht eine ganze Palette an typischen Elementen zur Auswahl zur Verfügung:

  •  Pflanzen: Bambus, Ahorn, Kirsche, Kamelie, Iris und Moos
  • Dekorationen: Tierfiguren, Buddha-Figuren und Steine bzw. Findlinge
  • Architektonische Elemente: Pavillons, Pagoden, Laternen, Treppen und Wasserspiele
  • Farben: Das Grundthema ist Grün mit jeweiligen Akzenten in den Jahreszeiten.
  • Wasser: Fließt tatsächliches Wasser im Garten oder wird dies nur durch Wellen im Sand angedeutet
Japanischer Garten mit dem Gestaltungselement Wasser - harmonisch plätschernder Brunnen Japanischer Garten mit verschiedenen Gestaltungselementen

Die Perfektion im Wuchs – Der Bonsai

Eine weitere Form der Gartenkunst wird sehr stark mit Japan assoziiert: Die perfekt getrimmten Bäumchen und Sträucher namens Bonsai stehen für Sorgfalt und Ruhe. Grundsätzlich handelt es sich dabei um ein Baumgewächs, welches künstlich klein gehalten wird und in bestimmten Formen kultiviert wird. Dabei sollen Baumdarstellungen aus der Zen-Kultur, welche auch für den Zen-Garten namensgebend ist, nachgeahmt werden. Die kleinen Bäumchen nehmen zudem ganz spezielle Positionen in Räumen und Gärten ein. An dieser Stelle hören die Gemeinsamkeiten aber schon auf. Über die Jahrhunderte entstanden viele Varianten der Bonsais, die das Entdecken neuer Formen immer wieder mit Spannung aufladen. Allein die Wahl der Baumsorte sorgt schon für einiges an Abwechslung. Traditionellerweise werden in Japan Kiefern und Ahorne verwendet, da sich durch die ähnlich Botanik zu Mitteleuropa diese Gewächse einfach anbieten. In wärmeren Regionen lässt sich auch der eine oder andere Bonsai, gestaltet aus einem Olivenbaum, finden. Die verschiedenen Größen und die unterschiedlichen Gestaltungen für Indoor und Outdoor sorgen für zusätzliche Variationen bei dieser besonderen Form der Planzenkunst. Aber einen Ausspruch des britischen Bonsai-Meisters Graham Potter soll jeder Bonsai verkörpern:

 „Es ist fast so, als ob manche Bäume uns finden und mit der Zeit ein integraler Teil unseres Lebens werden.“


Natur im Miniformat - der Bonsai

Eine Besonderheit im Japanischen Garten bildet der Bonsai. Diese Natur im Miniformat hat sich als eigenständige Kulturform entwickelt. Mit Hilfe verschiedener Maßnahmen erreicht man bei diesem Miniatur-Baum die verschiedenen Bonsaiformen:die gewünschte Größe und Wuchsform. (Wurzel- und Blattschnitt, Drahtung) Der Baum wächst in einer Schale, die einen wesentlichen Bestandteil des Gesamtkunstwerks darstellt und sorgfältig ausgewählt wird. Die Bäume können bei professioneller und guter Pflege sehr alt werden. In Europa werden vorwiegend einheimische Baumarten verwendet, da sie sich ebenfalls gut für die Bonsaizucht eignen, bereits an das Klima gewöhnt sind und somit auch das ganze Jahr über im Freien stehen können. Für Anfänger eignen sich folgende Baumarten besonders gut: Ahorn, Apfel, Kiefern, aiatische Ulmenarten, Japanische Aprikose.

 

Bonsai in Holzschale Natur im Miniformat - Bonsai in Holzschale

Meditieren in den schönsten japanischen Gärten Europas

Die Suche nach den schönsten japanischen Gärten auf dem europäischen Kontinent gestaltet sich einfacher als viele annehmen möchten. Dies hängt mit dem Wesen des Gartens selbst zusammen. In den großen und schönen Gartenanlagen Europas, wie in Schönbrunn oder im Botanischen Garten in  Prag, finden sich japanische Gärten, die zusätzlich zu den vorhandenen Anlagen angelegt wurden. Doch eines muss absolut klar sein: Die Schönheit der asiatischen Gartenkunst liegt wahrlich im Auge des Betrachters. Jeder muss das Gefühl für sich entdecken, hier seinen Garten gefunden zu haben, dann fällt es auch leicht dort die Seele baumeln zu lassen und die Schönheit meditativ auf sich wirken zu lassen. Meditation kann in der Gartenanlage nämlich schon durch das Durchschreiten derselben erreicht werden. Wenn die Gedanken im Kopf verstummen und die Schritte sich beinahe selbst machen, dann ist schon eine erste Stufe dieses geistigen Urlaubs erreicht.


Anlage eines Meditationsgartens

Wie lege ich einen Meditationsgarten an? Tipps zur Gestaltung und Bepflanzung für stimmige Atmosphäre und Erschaffung eines besonderen Ruhepols. Sanft tröpfelnde Brunnen oder etwa kleine Wasseroberflächen können einfach geschaffen werden und sorgen schnell für eine meditative Grundstimmung. Die Arbeit lohnt sich: einmal geschaffen kann man sich den Meditationsgarten nicht mehr wegdenken.

Ein Garten für die Seele
Mediation im Garten, Japanischer Garten,  maketing deluxe, flickr.com Mediation im Garten, Japanischer Garten, maketing deluxe, flickr.com

In 10 Schritten zum japanischen Garten

Nur 10 Schritte trennen Sie davon Ihren eigenen japanischen Garten zu genießen. Lesen Sie wie einfach Sie diesen Garten gestalten können.

10 Schritte zum japanischen Garten

 

Japanischer Garten

In die Welt der Bonsai eintauchen

Im wunderschönen Kärnten, in Österreich ist das Bonsaimuseum, auch Bonsaizentrum Japan Bonsai genannt gelegen. Das Museum ist im In- und Ausland bekannt – nicht nur für den Verkauf von qualitativ besonders hochwertiger Bonsais und dem dazugehörigen Zubehör – sondern auch für zahlreiche Kurse, die genau auf die Kenntnisse der Teilnehmer zugeschnitten sind.Oder man besucht den Garten und lässt sich inspirieren. – Beides wird von uns wärmstens empfohlen.

Zu Besuch im Bonsaimuseum
Bonsaigarten des Bonsaizentrums in Seeboden, Österreich