Der Barockgarten - Beherrschung der Natur

Der Barockgarten ist eine Weiterentwicklung und Steigerung des vorangegangen Renaissancegartens. Auch hier sind die geometrischen Formen und die weiten symmetrischen Achsen von großer Bedeutung. Es galt die Vollkommenheit des Gartens zu Erschaffen. Im Gegensatz zum Renaissancegarten war der Barockgarten größer, und das Hauptgebäude und die Nebengebäude waren im Gesamtkonzept des Gartens inbegriffen. Mit der Beherrschung der Natur wurden Macht und Wohlstand ausgedrückt.
In dieser Epoche erfährt die Gartenkunst erstmals auch eine Gleichsetzung mit anderen Kunstgattungen. Der Barocke Garten spiegelte den königlichen Absolutismus wider; seine Vollkommenheit und die Unterordnung alle Gartenelemente für das Gesamtkunstwerk
Der bedeutendste Gartenarchitekt des Barock war André Le Nôtre. Der Schlossgarten von Versailles wurde von ihm geplant.

Barock erleben auf Schloss Hof

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Regelmäßigkeit und Symmetrie als wichtigstes Element

Der Garten mit seinen Gebäuden bildeten ein Gesamtkunstwerk. Oftmals waren die vor der Residenz gelagerten Ortschaften wie Versailles in diesem Kunstwerk mitinbegriffen.
Der Barockgarten selbst ist streng geometrisch gegliedert. Regelmäßigkeit und Symmetrie waren von höchstem Wert. Der Garten wurde durch Haupt- und Nebenachsen gebildet, in Form von Wegen, Kanälen oder Bassins. Es gibt eine zentrale Sichtachse, die den Eindruck vermitteln sollte bis zum Horizont zu gehen. Damit wurde Macht und Erhabenheit demonstriert. Alle Elemente in dem System sind parallel oder rechtwinkelig zueinander und stehen in regelmäßigen Abständen zueinander. Akzente wurden durch Grotten, Kanäle, Brunnen, Wasserspiele oder Treppenanlagen geschaffen. Der Garten ist ein Gesamtkunstwerk, erschaffen durch den Menschen.
Der Garten sollte auf einen Blick erfassbar sein und wurde lang und schmal angelegt, sodass man von der obersten Terrasse das Gesamtkunstwerk des Gartens überblicken konnte. Der Blick über den Garten sollte durch nichts abgelenkt werden und mit Hilfe dieser schmalen Gestaltung war dies gegeben. Es gab von den Seiten keinerlei Ablenkung. Der Barockgarten war ein repräsentativer Ort, der einen besonderen Rahmen für luxeriöse Feste aller Art bot.

Typische Elemente des Barockgartens

Im klassischen Barockgarten sind die folgenden Elemente in der Reihenfolge: Parterre, Boskett und Wald vorhanden.
Das Parterre ist der Übergangsbereich vom Schloss zum Garten und ist mit seiner terrassenartigen Fläche am schönsten geschmückt. Das Parterre schließt direkt an das Gebäude an. Mit Hilfe von ornamenthaft angelegten Rasenflächen und Blumenrabatten, beschnittenen Buchsbäumen und Wasserspielen sollen feine Stickereien dargestellt werden.
Das Boskett ist der Niederwald- und Heckenbereich im Garten. Die Boskette ist zumeist parallel und spiegelsymmetrisch auf beiden Seiten der Hauptachse des Gartens angelegt.
Der Wald wurde als Jagdgebiet genutzt. Das weitläufige Waldareal schließt direkt an die Bosketten an.