Idealisierung der Natur

Englische Gärten als begehbare Landschaftsgemälde haben in unseren Breiten eine hohe Aufmerksamkeit durch öffentliche Parkanlagen erfahren. Anders als in den französisch geprägten Barockgärten mit ihren großen, geometrisch angelegten Blumenbeeten (Parterres) finden sich in den klassischen englischen Landschaftsgärten kaum Blühpflanzen.

“Das Idealbild der Natur – von Menschenhand gestaltet”

Stourhead Gardens

Stourhead gilt als einer der schönsten und magischsten Landschaftsgärten der Welt.

Als der berühmte Stourhead Garden im Jahr 1740 in England eröffnet wurde beschrieb ihn ein Magazin als “lebendes Kunstwerk”. Das ist bis heute so geblieben. Am schönsten präsentiert sich der Park im Frühjahr und im Herbst. Der Garten wurde als Gesamtkunstwerk gestaltet und ist gänzlich an der Natur orientiert. Das Idealbild der Natur wurde mithilfe von Wiesen, Wäldern, Baumgruppen, Hainen , Aussichtspunkten und vielem mehr erschaffen.

Stourhead Gardens auf unserer Karte

 

Englischer Landschaftsgarten, Stourhead Park, England

Begehbares Landschaftsgemälde

Der neue Gartenstil, der Englische Landschaftsgarten entwickelte sich im 18. Jahrhundert in England als Zeichen des politischen Umschwungs. Er entstand als Ergebnis der Epoche der Aufklärung und ist die wohl bekannteste englische Gartenform. Die Liebe zur Natur wurde neue entdeckt und stand in starkem Gegensatz zu den strengen geometrischen Linien und die Symmetrie der Renaissance– und Barockgärten. Englische Landschaftsgärten sind durch naturnahe Landschaftselemente und organische Gestaltung geprägt. Ziel war es die Strenge der exakt angelegten Beete und beschnittenen Hecken zu verbannen und sich gänzlich an der Natur zu orientieren. Der Englische Landschaftsgarten soll eine natürliche Landschaft darstellen, die durch abwechslungsreiche malerische Eindrücke den Eindruck erweckt man befindet sich in einem „begehbaren Landschaftsgemälde“. Der Garten hat einzig das Ziel dem Betrachter Vergnügen zu bereiten.
Der naturnahe Garten wird gepflegt, die Pflanzen wachsen frei und werden nur soweit beschnitten dass die Begehbarkeit der Wege gegeben ist und der Gesamteindruck stimmig ist. Im Garten wird dennoch nichts dem Zufall überlassen, die „Natur“ ist von Menschenhand gestaltet um dem Idealbild zu entsprechen.
Typisch für den Englischen Landschaftsgarten sind sanft modellierte Seen und Wiesen mit einem Hintergrund von Wäldern, Baumgruppen und Hainen. Die Wege sind in geschwungenen Linien angelegt, Aussichtspunkte, Sichtachsen und Blickbeziehungen stellen ein wichtiges Prinzip des Gartens dar.

Camera IconMalerische Impressionen aus Englischen Landschaftsgärten

Naturlandschaft im Miniaturformat

Durch das scheinbar natürliche Pflanzenwachstum soll bei den Besuchern der Eindruck entstehen sich in einer Naturlandschaft in Miniaturform zu bewegen. Malerische Ausblicke sind in diesem Gartenstil von großer Bedeutung. Diese Ausblicke werden durch die Verbindung der Natur mit Stein wird erreicht, in Form von malerischen Pavillons, tempelartigen Bauwerken oder Skulpturen. Weitere Elemente des Englischen Landschaftsgartens sind naturnah gestaltete Teiche und Flussverläufe, die durch geschickte Darstellung den Eindruck von großen Wasserflächen erwecken. Brücken führen über die Seen und Bäche damit der Garten von den Besuchern auch aus dieser Position aus genossen werden kann. Auch Busch- und Bauminseln und große freie Wiesenflächen zählen zu den Merkmalen des Gartens.

Die berühmtesten Gartenarchitekten der damaligen Zeit waren William Kent, Humphry Repton und Lancelot Brown.