Geschichte des Renaissancegartens

Von Italien ausgehend war für die Entwicklung und Gestaltung der Renaissancegärten das Grundkonzept der Villa Urbana (luxuriöses Anwesen auf dem Land) maßgeblich. Die Gärten der Renaissance sind einladend und weltoffen gestaltet. Die Entwicklung der Gärten durchlief in der Früh- Hoch- und Spätrenaissance verschiedene Überarbeitungen.

Die Gärten der Villa d´Este

Die Gärten der Villa d´Este wurden im 16. Jahrhundert angelegt und sind seit 2001 Weltkulturerbe der UNESCO. Einer der beiden Gartenbereiche, Hanggarten genannt, neigt sich vom Palast zum Hauptgarten. Hier befinden sich eine Reihe von Rampen, Terrassen und Treppen. Eine Besonderheit bildet die Allee der hundert Brunnen, eine zum Hang quer angelegte Wasseranlage. Im zweiten Bereich, dem flach angelegten Hauptgarten, finden sich zwei Labyrinthe und weitere typische Elemente der Renaissancegärten.
Insgesamt beeindruckt die Anlage mit über 500 Brunnen, zahlreichen Teichen und einer Wasserorgel. Alle Wege zielen zum Gebäude. Interessant ist die Berücksichtigung der 4 Elemente Wasser, Feuer, Erde und Luft, die Anordnung folgt einem für Kundige tieferen Sinn.

Gärten der Villa d´Este auf unserer Karte

 

Springbrunnenanlage, Villa d´Este

Camera IconRenaissance Gärten

Das Kunstwerk Garten

Der Garten war in dieser Epoche nicht länger ein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis einer gezielten geistigen Leistung. Er galt als Kunstwerk und nur die bedeutendsten Künstler wurden mit der Planung beauftragt. Die bisherige Nutzung der Gärten als Nutzgärten für die Nahrungsbeschaffung und Heilkunde trat in den Hintergrund, wodurch man Wohlstand signalisierte. In der Renaissance spiegelt der Garten erstmals die Persönlichkeit seines Erschaffers wider. Der Garten war ein wichtiges Werkzeug der Repräsentation von sozialen Stellungen. Besonders beliebt waren unter anderem auch Tiergehege mit seltenen Tieren, die den größtmöglichen Wohlstand darstellten.
Das Gesamtkonzept des Gartens ist von großer Bedeutung, diesem Konzept ordnen sich die Teilbereiche des Gartens unter. Ziel ist eine Darstellung der Einheit, Ordnung und Ausgewogenheit. Der Garten wirkt weltoffen und einladend und wird als Eingang des Hauses betrachtet.Diese Öffnung hin zur Außenwelt wurde oftmals durch eine leichte Hanglage oder Terrassierung der Gärten erzielt. So ist ein Blick über die Grundstücksmauer gegeben, und die Besucher erhalten einen Überblick über den gesamten Garten.
In der Spätrenaissance wurde den Gärten üblicherweise ein spezielles Hauptmotiv zugeordnet, wie zB Skulturensammlungen oder Wasserachsen.
Beliebte Pflanzen dieser Zeit waren die Zwiebelpflanzen: Lilien, Hyazinthen und Iris. Die beliebteste Pflanze der Renaissance war die Tulpe.

Kennzeichen des Renaissancegartens

  • Klare Formen mit starken geometrischen Grundformen
  • Gerade Wegachsen
  • streng symmetrische Anordnung zu einer Mittelachse
  • symmetrische Anordnung aller Gartenelemente
  • Parterres: Hecken, Blummenrabatte, Alleen und Brunnen wurden geometrisch zusammengestellt
  • kunstvoll beschnittene Büsche und Sträucher
  • Terrassenförmige Anlagen
  • angelegte Grotten, Labyrinthe
  • Buchsbaum-Ornamente
  • Kunstvoll gestaltete Blumenbeete
  • Wasser wird als Gestaltungselement verwendet (Wasserspiele, Fontänen, Wassertreppen…
  • Statuen werden als Verbindung zwischen Architektur und Natur verwendet