Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn, im dunkeln Lauf die Gold-Orangen glühn, ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht, die Myrte still und hoch der Lorbeer steht. Kennst du es wohl? – Johann Wolfgang von Goethe

Diese Frage stellte einst Johann Wolfgang von Goethe, und jeder, der sie mit einem Ja beantworten kann, wird sich nur zu gerne an das süße italienische Leben erinnern. Eine Gartenreise nach Italien ist ein Ausflug in ein kleines irdisches Paradies, das in seiner Perfektion und Schönheit einzigartig ist. Neben diesen bis ins Detail durchgestylten Parks beeindruckt Italiens Landschaft mit seiner wilden Schönheit. Im mediterranen Klima gedeihen majestätische Akazien, prächtige Zitrusfrüchte, saftige Feigen und knackige Oliven, nussige Pinien und natürlich der herrliche Wein, für den das Land bekannt ist.

Der Garten wird in Italien gelebt

Das zeigen auch die zahlreichen Gartenveranstaltungen 2015, wie z. B. die Messen EuroFlora in Genova, Verde Casa in Padua oder auch die Ortogiardino in Pordenone. Unter dem Motto „Den Planeten ernähren, Energie für das Leben“ wird 2015 außerdem Mailand der Gastgeber für die EXPO sein. Während Deutschland den Besuchern einen wertschätzenden Umgang mit der Natur näherbringen will und Österreich einen eigenen Wald mit heimischen Bäumen nach Mailand bringt, wird die Schweiz auf kreative Weise an die Knappheit der natürlichen Ressourcen erinnern. Mit der Natur im Fokus wird die EXPO 2015 ein Highlight auf jeder Gartenreise.

Die beeindruckendsten Plätze auf Reisen durch Bella Italia

Keine italienische Gartenanlage gleicht der anderen, und dennoch haben sie alle eine typisch italienische Architektur. In Kombination mit Wasser und prunkvollen Bauwerken erinnern sie im Kleinen an die große, vollkommene Perfektion. Auf einer Reise durch Italiens Natur trifft man auf viel Bekanntes und wird durch ebenso viel Neues zum Staunen gebracht.

Villa d’Este

Die Villa d’Este ist ein wiederentdecktes Kleinod in der Nähe von Rom. Das Herrschaftshaus und sein beeindruckender Garten sind eine Verwirklichung der Träume von Kardinal Ippolote II. d’Este und wurden 1560 von dem italienischen Künstler Pirro Ligorio umgesetzt. Nachdem die Anlage im 18. Jahrhundert in Vergessenheit geraten war, stieg sie Mitte des 19. Jahrhunderts wieder wie Phönix aus der Asche. Mit mehr als 500 Teichen, Brunnen und Wasserspielen, darunter eine imposante Wasserorgel, und vielen kleinen Beeten, die durch romantische Laubengänge miteinander verbunden sind, ist die Villa d’Este imposanter als je zuvor.

Die Gärten der Villa d´Este auf der Karte

 

Villa d´Este, Tivoli, Italien

Boboli-Garten

Inmitten von Florenz befindet sich eine der schönsten und bekanntesten Gartenanlagen Italiens. Der im 16. Jahrhundert angelegte Boboli-Garten ist ein gartenarchitektonisches Meisterwerk, das sich heute auf über 4,5 Hektar Parkfläche erstreckt. Der herrliche, offene Blick über Florenz und die vielen Nymphen und Skulpturen sind charakteristisch für den Park am Boboli Hügel, ebenso wie das Amphitheater oder die Grotten, in denen die berühmte „Badende Venus“ von Giambologna oder „Die Gefangenen“ von Michelangelo zu bestaunen sind.

Der Boboli Garten auf der Karte
Boboli Gardens, Florenz, Italien

Villa Lante

Der Park der Villa Lante, etwa 60 km von Rom entfernt, ist exakt durchstrukturiert und dennoch ein Ort der Phantasie. Die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts angelegte Gartenanlage ist ein hervorragendes Beispiel für die Hochblüte der italienischen Gartenkunst. Beim Betreten des Gartens tritt der Besucher in die Geschichte der Menschheit und die Entstehung des Universums ein. So wird der Garten zu einem Ort der Liebe, Philosophie, Mythologie, Geschichte und inneren Einkehr.

Der Garten der Villa Lante auf der Karte

Gartenreisen nach Italien: Ein Land, so vielfältig wie seine Gärten

Eine Gartenreise ist ein unvergessliches Erlebnis für Körper, Geist und Seele. Reisen bilden den Menschen, Gartenreisen berühren sein Herz.

Bei Gartenreisen erleben Reisende eine große Kultur und die Schönheit des Landes im Kleinen. Eine italienische Gartenreise lässt sich ideal mit einer Reise durch die italienischen Städte verbinden, da sich viele der bekanntesten Gartenanlagen in der Nähe historisch und kulturell bedeutender Städte, wie z. B. Florenz, Rom oder Venedig, befinden. Durch die üppige Blütenpracht, das mediterrane Klima und die abwechslungsreiche Landschaft von lieblichen Weinhängen bis hin zu schroffen Felsklippen ist Italien das Paradies auf Erden, und zwar nicht nur für Fans von Gartenreisen. So verstecken sich z. B. inmitten der Lagunenstadt Venedig hinter den dichten Mauern zahlreiche geheime Gärten, die es zu

 

entdecken gilt. Gartenreisen haben zu jeder Jahreszeit ihren Reiz. Während in Sizilien die Blüten schon in März in voller Pracht stehen, erleben die Abruzzen erst einige Zeit später den farbenfrohen Frühling. Und wenn im milden Herbst in Sardinien und Südtirol die Gärten in prachtvollen Goldtönen glänzen, wird jeder Gartenreisende mit Entzücken feststellen, dass Italien ein ganz besonderer Ort, nämlich die Wiege der Schönheit, ist. Viele Reiseanbieter haben sich auf Reisen durch den italienischen Stiefel spezialisiert und bieten interessante Kombinationen aus Gartenreisen, Städtetrips, Kulturreisen und Genussreisen an.

Beliebte Ziele von italienischen Gartenreisen

Amalfi Küste

Zwischen pittoresken Fischerdörfern und steilen Felsklippen zeigt sich die Natur in ihrer ursprünglichsten, wilden Form. Üppige Blütenmeere, duftende Zitronenbäume, exotische Blumen und dicht bewachsene Felshänge entlang der traumhaften Amalfi Küste, die zu Recht als eine der schönsten Meeresküsten der Welt gilt, zeigen uns, dass die Natur immer noch der beste Gärtner ist.

Amalfi Küste, Italien

Villa Rufolo

Die Villa Rufolo wurde im 13. Jahrhundert von der wohlhabenden römischen Familie Rufolo gebaut und ist ein meisterhaftes Beispiel für den damaligen Reichtum Italiens. Während im Inneren der historischen Gemäuer zeitgenössische Kunst ausgestellt wird, laden in der Gartenanlage die vielen charmanten Ruinen kleiner Bauten zum Erleben der italienischen Geschichte ein.

Garten der Villa Rufolo in Ravello, Italien

Italienische Gartenreisen

„Einfachheit ist die höchste Stufe der Vollendung“

meinte einst der italienische Maler, Bildhauer und Universalgelehrte Leonardo da Vinci (1452-1519). Damit brachte er das Wesen des italienischen Gartens auf den Punkt. Klare Linien, geometrische Muster und ein Faible für Symmetrie dominieren das Bild eines typischen italienischen Gartens. Höchste Perfektion und architektonische Raffinesse machen die italienischen Gärten zu einem Sinnbild für gestaltete Natur. Unterbrochen wird die beinahe mathematische Exaktheit von zahlreichen Skulpturen, Pavillons, Brunnen, Wasserspielen, Seen und Fontänen. Wasser ist ein wesentliches Element der italienischen Gärten, die auf beinahe verschwenderische Weise die Macht und den Reichtum des Besitzers widerspiegeln sollten. Auch wenn die dazugehörigen Villen heute nur noch selten bewohnt sind, erinnern die gepflegten, weitläufigen Anlagen immer noch an das prunkvolle Leben in Bella Italia von damals.

Typische Kennzeichen des italienischen Gartens sind:

  • eine bis ins kleinste Detail durchgeplante, symmetrische Landschaftsarchitektur
  • ein Brunnen mit Fontäne oder ein See im Zentrum des Gartens
  • terrassenartige Anlagen mit Treppen und breiten Kieswegen
  • kleine, versteckte Nebengärten
  • Wasserspiele und große Skulpturen als dekorative Elemente
  • Dominanz von immergrünen Pflanzen

Die Geschichte der Italienischen Gärten

Wo der Garten seine Renaissance feierte

Die Italiener hatten immer schon ein Faible für die Zierde eines Gartens. In der Renaissance erlebte das Gartenland eine Hochblüte, als nicht nur die antike Kunst, sondern auch die Schönheit des Gartens wiederentdeckt wurde. Zu den vielen Villen, die in dieser Zeit besonders in den Gegenden rund um Florenz, Rom und Venedig entstanden, gehörten üppige Gärten, deren Architektur mindestens ebenso viel Aufmerksam geschenkt wurde wie den prunkvollen Bauten. Einer der wichtigsten italienischen Landschaftsarchitekten, der die antike Idee der Repräsentation der Persönlichkeit des Besitzers durch den Garten wiederaufnahm, war Leon Battista Alberti. Als eigene kleine Reiche waren die Gartenanlagen, die meist eine Hanglage aufwiesen, in verschiedene Parzellen unterteilt und durch Wege, Treppen, Wasserbecken, Grotten oder Laubengänge voneinander getrennt, sodass in den großen, parkähnlichen Anlagen eigene kleine, versteckte Gärten, die sogenannten „Giardini segreti“ entstehen konnten. Diese kleinen botanischen Juwele können selbstverständlich auch heute noch während einer Gartenreise entdeckt werden. Im Barock setzte sich ein beinahe verschwenderischer Umgang mit dem Element Wasser in den Gärten durch. Barocke Wasserspiele sollten die Besitzer und ihre Gäste erheitern, ein eigener See lud im Sommer zum Erholen ein und ist auch heute noch eine willkommene Abwechslung auf jeder Reise.