Die Schaugärten der Steiermark sind wahre Gartenparadiese

Vom prächtigen Themengarten bis zum Gartendorf – die meist privaten Schaugärten der Steiermark sind fester Bestandteil jeder Gartenreise durch Österreich. Die leidenschaftlichen Gärtnerinnen und Pflanzenspezialisten öffnen ihr privates Refugium für den Gartenliebhaber und so mancher will gar nicht mehr weiterreisen …

 

Die Schaugärten als Garten-Erlebnis

Eine Vielzahl unterschiedlicher Themengärten laden zum Garten-Erleben ein. Darunter findet man Zier-, Nutz-, Kunst- und Naturgärten sowie Erlebnis- und Bewegungsgärten. Bekannte Gärten in der Steiermark:

Immer öfter findet man auch Pflanzenraritäten und alte einheimische Sorten als Alternative zur Einheitsbepflanzung. Verköstigungen, Lesungen oder einfach ein Sprung in den Naturpool runden das Erlebnis-Angebot für Klein und Groß ab und bieten perfekte Ausflugsziele.

Blumenschmuckwettbewerbe

Blühende Parks, Blumenkisterln und liebevoll gestaltete Flächen von der Bundeshauptstadt bis zur kleinsten Ortschaft heissen den Gast auf besondere Weise willkommen. Die Veranstaltungen rund um blühende Kunstwerke ziehen Jahr für Jahr Gäste aus aller Welt an, um gewählte Blumenköniginnen und –prinzessinnen neben der Heimat- und Naturliebe zu bewundern. Jährlich nehmen um die 30.000 Teilnehmer an den teilweise seit über 50 Jahren bestehenden Bewerben teil. Dabei werden Bewertungskriterien wie Sortimentsvielfalt, Farbzusammenstellung, räumliche Wirkung oder auch die Besonderheit der Pflanzensammlungen von einer Jury bewertet. Die Bewerbe finden in mehreren Kategorien vom privaten Haus bis zum öffentlichen Park statt und enden meist in einer großen Veranstaltung mit bunten Rahmenprogramm. Die Steiermark wird daher auch treffend als „das österreichische Blumenland“ bezeichnet; schließlich kommen 60 % der Balkonblumen aus dem grünen Herzen Österreichs.

Berühmte Blumenschmuckausstellungen in Europa und Österreich sind:

  • Mainau
  • Narzissenfest

Camera IconBlumenschmuck

Nutzgärten in der Steiermark

Der Nutzgarten hat in den letzten Jahren imagemäßig einen Wandel vollzogen: hin zur Freude an frischen Früchten und Gemüse ohne lange Transportwege. Die Versorgung aus dem eigenen Garten ist zum Ausdruck einer neuen Lebensqualität geworden.

Obstgärten

Der Obstbau in der Steiermark hat eine lange Tradition und die Zahl der Gartenbesitzer, die sich mit Obstbau beschäftigen, ist gestiegen. Die Steiermark ist das Apfelland in Österreich, Bezeichnungen wie die Apfelstrasse, „frisch, knackig, steirisch“ und „der steirische Apfel“ zeugen von der Bedeutung dieses wertvollen Nahrungsmittels für die Region. Die Steiermark weist sowohl warme als auch kühle bis raue Obstbaugebiete auf. Durch die für die Obstkultur günstigen Verhältinisse gedeihen neben dem Apfel auch Marillen, Pfirsiche oder Quitte hervorragend. Ein Geheimtipp sind Mispeln – nicht zu verwecheln mit Misteln. Kaum jemand weiss heute noch mit diesem Namen etwas anzufangen, dabei waren diese Früchte bereits im Mittelalter überaus begehrt. Diese „Antibiotikas“ von Anno dazumal wurden zum Beispiel in Klostergärten gezüchtet.

Geschichte des Obstbaus
Bereits sehr früh (im 9. Jahrhundert) wurde noch vor dem Bekanntwerden der römischen Obstkultur in Mitteleuropa eine edle Apfelsorte gezogen. In den Pfahlbauten der Nordalpen fand man neben den Resten eines kleinen Wildapfels auch Reste eines Apfel von ansehnlicher Größe. In der Steiermark gibt es die ersten urkundlichen Aufzeichnungen über einen Obstgarten aus dem Jahr 1074. In der österreichisch-ungarischen Monarchie war steirisches Obst bereits ein Qualitätsbegriff und wurde auch schon erfolgreich exportiert. Das ist übrigends bis heute so geblieben. Nicht nur aufgrund der Frischobstproduktion, sondern auch aufgrund der Verarbeitung zu bäuerlichen Spezialitäten sind heimische Betriebe wichtige Exporteure innerhalb und ausserhalb Europas. Und hierbei liegen über 70% der gesamten Obstanbauflächen Österreichs in der Steiermark.

Steirische Obstschaugärten

  •  „Holunderwunderwelt“ Feldbach

 

Camera IconDie berühmten Obstgärten der Steiermark

Weingärten

Vor allem in der Untersteiermark spielt der Weinbau eine große Rolle. Im Grenzgebiet des kontinentalen und ozeanischen Klimas und der Höhenlage einzelner Gebiete wachsen die Weinreben vorzüglich. In der Steiermark findet man folgende drei wichtige Weinbaugebiete in denen bekannte Weinsorten angebaut werden:

Weststeiermark
Zwischen Stainz und Deutschlandsberg liegt das weststeirischen Hügelland mit illyrischem Klima. Hier werden vorwiegend Schilcher, Weißburgunder, Welschriesling und Zweigelt angebaut. Aus der blauen Wildbacher Rehe wird der berühmte Schilcherwein gekeltert. Der Name Schilcher rührt von der Farbe des Weines her, die zwischen zwiebelfarben und leicht rubinrot liegt.
Wald- und Tierlehrpfade bzw. Weinbergwege laden zu einer Reise in eine besondere Landschaft ein: steile, kleine Weingärten wechseln mit Obstkulturen, Edelkastanien und Mischwäldern sowie bis zu 200 Jahre alte Winzerhäuschen und Kellerstöckl.

Südsteiermark
Die Weinkulturen im südsteirischem Weinland sind besonders reich gegliederte Landschaften: Hier reiht sich ein bunter Teppich aus Weingärten, alten Obstwiesen und Wäldern aneinander. Ein verzaubernder Anblick, bei dem nicht nur Dichter ins Schwärmen geraten. So über die Windische Bühel – die steirische Toskana, wo malerische Orte, wie Gamlitz oder Kitzeck jährlich Besucher rund um die Weingärten anlocken. An der Grenze zu Slowenien werden im südeuropäischen Klima die Sorten Welschriesling, Sauvignon-Blanc (hier oft auch noch Muskat-Silvaner genannt),Weißburgunger, Muskateller und Chardonnay angebaut.Als lokale Rarität gilt die Rebsorte Laksa. Der Klapotetz ist das Markenzeichen des südsteirischen Weinlandes, ein hölzernes Windrad mit Hämmern, die einen für Vögel abstoßenden Oberton erzeugen. In Zeiten des eisernen Vorhanges gab die Anzahl der Flügel Wanderern im Grenzgebiet zu Slowenien den Hinweis „Siehst du einen Klapotetz mit sechs Flügeln, statt wie bei uns mit acht: kehre rasch um, um nicht festgenommen zu werden“. Erschlossen wird das Grenzgebiet durch die berühmte Sausaler Weinstraße. Das Weinbaugebiet auf den Resten eines Grundgebirges aus dem Erdaltertum ist mit knapp 700 m eines der höchst gelegenen Weinbaugebiete Europas.

Südoststeiermark
Auf den vorwiegend lehmigen Böden im oststeirischen Hügelland zwischen Hartberg und Bad Radkersburg wachsen die Trauben des Welschrieslings, Weißburgunders, Zweigelt, Traminer und Schilcher. Das sogenannte „Vulkanland“ benannt nach den humusreichen Böden ist Basis für fruchtbare Gärten, in denen der Wein-, Obst- und Gemüseanbau große Tradition hat. An den weitverstreuten Vulkanhügeln wachsen vorzügliche Weine. Die schattigen Hänge wiederum werden für den Holunderanbau genützt, der keinen so hohen Wärmeanspruch stellt.

 

Steirische Weinschaugärten und Lehrpfade

  • Loisium an der südsteirischen Weinstraße
  • Straden im steirischen Vulkanland
  • Naturschaugarten in Stainz bei Straden
  • Bad Gamser Weinbergweg
  • Weinlehrpfad Silberberg beim Sulmsee „Glanzer Hoftour“
  • „Weinweg der Sinne“ Hochstraden

Camera IconDie schönen Weingärten der Steiermark

Geschützte Landschaften in der Steiermark

Die Vielfalt der Landschaften, die heute das Antlitz der Steiermark prägen, sind das Resultat eines komplexen geologischen Aufbaus. So reicht die Palette von wasserreichen Hochgebirgen mit gewaltigen Felsgipfeln im Norden bis hin zu den reichhaltigen Au-Gebieten und dem bezaubernden Weinland im Süden. Das Leben spendende Element Wasser prägt die Steiermark mit zahllosen Bergseen, Wasserfällen und Wildbächen. Allein im steirischen Teil der Niederen Tauern gibt es weit über hundert benannte Seen und rund doppelt so viele namenlose. Der Wasserreichtum der Steiermark sorgt für eine üppige Vegetation unter der sich zahlreiche Naturschätze entwickeln konnten.

Die Geschichte der Geschützten Landschaften in der Steiermark
Im Jahr 2002 wurde der erste steirische Nationalpark geschaffen, dabei reicht die Nationalpark-Geschichte in der Steiermark bis in das Jahr 1919 zurück. In diesem Jahr wurde erstmals über einen Nationalpark Niedere Tauern diskutiert. Durch die Kriegsunterbrechung und einen Negativbescheid für den Niedere-Tauern-Park führte die drohende Zerstörung der Gesäuse Katarakte durch ein Wasserkraftwerk zu den Anfängen des Nationalparks Gesäuse. Der Nationalpark Gesäuse beherbergt u.a. 146 Höhlen, ursprüngliche Wälder (Zirben, Weißkiefern, Schluchtwälder), traditionelle Kulturlandschaften mit Almen, Feucht- und Streuwiesen in extensiver Bewirtschaftung, 170 Vogelarten, 400 ha Urwaldrest und das Vorkommen des geschützten Alpenbockkäfers.

Durch die UNO Organisation IUCN wurde ein System zur Definition von Schutzkategorien geschaffen, dass je nach Schutzwürdigkeit des Gebietes Eingriffe durch den Menschen erlaubt oder nicht.

Schutzgebiete in der Steiermark:

  • Das strengste Schutzgebiet stellt das Naturreservat dar. In diese Schutzkategorie fällt der Rothwald, der sich in Niederösterreich, an der Grenze zur Steiermark befindet. Der Rothwald ist ein Primärwald und wurde nie forstwirtschaftlich genutzt. Völlig unberührt von menschlichen Eingriffen sind Reste von Urwäldern ein idealer Rückzugsort für viele Tier- und Pflanzenarten.  Zwar sind diese inselartigen Biotope nur mehr ein kleiner Teil eines großen Mosaiks, jedoch umso wichtiger in Zeiten von Artenschwund und Landschaftswandel. In der Steiermark gibt es einen weiteren Urwaldrest, der Lahnsattel im Mürztal, wo ca. 600 Jahre alte „Urwaldriesen“ eindrucksvoll bis in 50 m Höhe reichen.
  • Das Motto des Naturparks Grebenzen, der sich rund um Neumarkt befindet ist „Natur erleben – Natur begreifen“. Es handelt sich in diesem Schutzgebiet um eine gepflegte Kulturlandschaft mit blumenreichen Wiesen, naturbelassenen Mischwäldern sowie Teichen und Sumpfgebieten.
  • Der Furtnerteich ist eine der traditionsreichsten Stätten der Vogelforschung in Österreich und ist eine wichtige Raststation für Zugvögel. Mit vielen sehr informativ gestalteten Lehrpfaden wird dem Besucher die Landschaft, ihre Entstehung, die Tier- und Pflanzenwelt des Naturparks näher gebracht.
  • Im Naturpark Pöllauertal befinden sich noch Reste von Kultur- und Naturschätzen, ausgedehnte Streuobstwiesen, die inmitten artenreicher Blumenwiesen stehen. Diese traditionelle Obstanbauweise mit verschieden alten Hoch- und Niederstämmen, die wie „verstreut“ auf einer Wiese stehen, ist nur mehr selten in der heutigen Kulturlandschaft zu finden. Unter anderem befindet sich im Naturpark Pöllauertal der Hirschbirnen-Wanderweg. Die Hirschbirne ist eine alte oststeirische Obstsorte, die hohe Bäume mit unregelmäßigen Kronen bildet und nach zwanzig Jahren erstmals Birnen trägt. Diese Baumindividuen ragen aus der Landschaft hervor und werden bis zu 200 Jahre alt.
  • Ein weiteres Naturjuwel und einmalige Rarität in Mitteleuropa sind die Lafnitzauen  – 45 km naturbelassener mäandrierender Tieflandfluss. Besonders auffallend sind in diesem Schutzgebiet die leuchtend blauen Männchen des seltenen Moorfrosches.
  • Naturschutzgebiet Raabklamm
  • Weizklamm
  • Naturkraftpark Gasthof Gruber, mit Steinlabyrinth, Steinxylophon und Holzinstrumenten