Bäume – Spiegel Deiner Seele – Die Linde

Die Linde. Baum der Liebenden. Oft duftender, hoher Mittelpunkt auf zentralen Plätzen und ... nachhaltige Nektargeberin für Viele & vieles!

Der Baum der Liebenden - die Linde

Die Linde

Sie hat unglaublich viele ehrenvolle „Jobs“, Aufgaben und Verpflichtungen. An kaum einen Baum werden wohl ähnlich viele Erwartungen gestellt … sie soll menschliche Begegnungen heiligen, viele sogar heilen, Liebende beflügeln, Glück und Gerechtigkeit überbringen – dafür, bitteschön, wurden ihr schließlich vielerorts die schönsten zentralen Plätze in Ortschaften gegeben! Wenn es ihr dort über Jahrhunderte gut ging, ihre Wurzeln trotz immer tiefer dringender Städtebaumaßnahmen unbeschadet weiterwachsen konnten belohnt sie uns alljährlich mit faszinierendem Duft und steht lieblich-standfest dar.
Manche brachte es als Baumdenkmal –namentlich!- zur wahren Berühmtheit: die Gerichtslinde auf dem Burgberg in Castell/Unterfranken beispielsweise (Schätzungen: 500 – 1.100 Jahre). Oder die Tassilolinde beim Kloster Wessobrunn (Schätzungen: 400 – 800 Jahre). Und die Linner Linde bei Linn gilt mit 25 Höhenmetern und 11 Metern „Taillenumfang“ am Stamm gar als einer der größten Bäume der Schweiz!

  • “Baum der Liebenden”
  • Wuchshöhe je nach Art 25 – 40m
  • besonders nektarreiche Blüten
  • Blüten und Honig gelten in der Volksmedizin gegen Erkältungskrankeiten
  •  Linden sind in ganze Europa heimisch

 

Eine  berühmte tausendjährige Linde findet man nur wenige Kilomenter vom Bodensee entfernt in Baden-Württemberg. Die Linde mit 10,10 m Umfang zählt zu den schönsten und stärksten Linden Deutschlands.

Ist das hier nun eine Winter- oder Sommerlinde?

Sachlich gesehen reihen sich Linden (lat.: Tilia) in die Familie der Malvengewächse ein. Ihre eigene Fortpflanzung hat sie phantasievoll eingefädelt – vielleicht auch deshalb gilt sie als „Begleiterin der Liebenden“?! Auf der einen Seite lockt ihr Duft besonders viele Bestäuberinsekten an, hinzu kommt der Wind als Verteiler. Und um auf Nummer Sicher zu gehen kommen noch Stock- & Wurzelausschlag hinzu! Fast selbstredend, dass Linden mit ihrer ganzen faszinierenden Fülle & Fruchtbarkeit als weibliche „Wesen“ gelten. Zur Frage, ob Winter- oder Sommerlinde oder die holländische Linde als Kreuzung aus beidem: Steht ein „idealwüchsiger“ Baum mit tief ansetzender rundlicher, dichter und oft ausladender Krone mit unscheinbaren Blüten im späten Juli vor uns, so begrüßen wir eine Winterlinde – ein eher schlanker und diffus, dafür höher gewachsener Baum mit Blüte bereits im Juni deutet auf eine Sommerlinde.

Die Linde als versierte „Medizinfrau“

Wer kennt und liebt nicht den typischen blumig duftenden Lindenblütenhonig. Die getrockneten Blütenstände „lindern“ als Tee aufgegossen auf natürliche Weise neben Ischiasleiden und Nierenentzündungen vor allem Erkältungskrankheiten bis akute Husten-Attacken. Was mit dem relativ hohen, 10%igen Anteil von Schleimstoffen (zum größten Teil Arabinogalactane) erklärt werden kann. Ihr traditioneller Segen als ganzheitliche Heilerin durch Schwitzverstärkung konnte zwar bisher „wissenschaftlich“ nicht wirklich nachgewiesen werden … ein Mythos? So lange wir glauben, kann er wirken! Heilsam wirkt auch so manche -sakrale- Schnitzerei zu der das dankbar weiche Lindenholz verwendet wurde und wird. Ein Tipp der Linden-Medizinfrau: „Nehmt meinen Lindenblütentee als Badezusatz gegen Eure Nervosität oder auch als harmonisierende Gesichtswaschlotion, Haarspülung oder –CoolDown!– bei leichtem Sonnenbrand!“

Lindenblütentee

Kann ein Baum über Leben und Tod entscheiden?

Als Symbol für Liebe und Schutz, Frieden und Gemeinschaft war die Linde bei den Germanen der Göttin Freya geweiht, bei den Griechen der Aphrodite. So wurden unter zahlreichen „Tanzlinden“ stimmungsvolle Feste gefeiert. Was seit jeher ein einladendes Ventil gerade für ärmere Bevölkerungsschichten war! Eine andere Ventilfunktion waren Gerichte, die an zentraler Stelle unter der Dorflinde abgehalten – und Urteile, die hier direkt & öffentlich vollstreckt wurden. Immerhin sollen „Lindenurteile“ oftmals linder ausgefallen sein als „Eichenurteile“ – waren es die Düfte? – Als Dank für Frieden oder zum Ende von Seuchenphasen wurden gerne bedeutungsvolle „Friedenslinden“ gesetzt. So hat ein und dieselbe Linde häufig die wichtigsten Szenen des menschlichen und örtlichen Lebens begleitet!

Alte Linde bei der heiligen Klamm, ehrfuchtsvoll betast´ ich Deinen Stamm (…). Schon seit langer Zeit Dein Stamm ist hohl, Roß und Reiter bargest Du einst wohl (…).
Alte Linde, die Du alles weißt. Teil uns gütig mit von Deinem Geist. Send ins Werden Deinen Seherblick …
– Auszüge aus dem „Lied der Linde“, 1850 gefunden im hohlen Stamm einer 1000jährigen Linde bei Staffelstein
im oberen Maintal/Franken, Verfasser unbekannt

Herzlichkeit – aus der Linde zu schöpfen

Allein durch ihre Größe und Höhe sowie die intensiven Düfte zu Blütenzeiten ist dieser Baum ein optisches sowie olfaktorisches Abenteuer für diejenigen, die sich mit etwas Zeit darauf einlassen …

Bewusst.Sein. in der Natur … und dabei achtsam werden

Bewusste und achtsame Übungen zur Selbstreflexion sind bereits in kurzer Zeit machbar, klingen leicht und sind es auch.
 Es wird an dieser Stelle immer neue, zum jeweiligen Baum passende Sinneserfahrungen geben: wenn Sie sich für einen Moment auf die Fragestellung einlassen, können Sie überraschende Momente der spontanen Einblicke in sich selbst erhalten. „Natur Feedback“ par excellence. Wie ticken wir? Genau so!

Die Natur Feedback Übung

Zeigen Sie Ihre innere Offenheit für herzliche Begegnungen – wie die Linde

 

Probieren Sie gern die folgende Übung bei der nächsten Linde, die Sie finden: es ist „Ihre Linde“! Stellen Sie sich nahe zum Stamm und blicken Sie nach oben. Lassen Sie die „souveräne“ Größe auf sich wirken. Wenn Sie wollen können Sie nun die verschieden starken und weiter außen und oben leichteren Äste den vielen Begegnungen oder Herzensverbindungen in Ihrem Leben zuordnen. Sind es vielleicht mehr als Sie denken?
Breitet sich da ein Lächeln aus?

Linde

Freuen Sie sich auf unseren nächsten Baum-Protagonisten!
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Blogbeitrag von Sabine Schulz – Sabine Schulz Kommunikation

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