Natur in Miniaturform – der Bonsai

Bonsai und Formbaum

Bonsais, Formbäume und Gartenbonsais

Seit Jahrhunderten hat sich ausgehend von den japanischen Gärten die Bonsaikunst als eine eigenständige Kulturform entwickelt.

 

Bonsais sind Miniaturbäumchen, die in einem Gefäß kultiviert und den großen Bäumen nachempfunden werden. Es handelt sich dabei um Baumarten, die in der Natur vorkommen wie Ahorn, Kiefer oder auch Buche. Diese werden in Schalen gepflanzt und durch ständiges Zurückschneiden der Triebe in ihrem Wachstum gehemmt. Die Kunst, Bäume durch einen entsprechenden Schnitt in eine Form zu bringen, wird an diesen sogenannten „Formbäumen“ perfektioniert.

Harmonie im Garten

Die Kunst im Bonsaigarten

In der fernöstlichen Kultur gelten Bonsais als der Inbegriff des Einklangs zwischen Mensch und Natur. Gartenbonsais und andere Formbäume sind demnach mehr als Miniaturabbildungen ausgewachsener Baumarten. Die Gestaltung verschiedener Bonsaiarten gleicht der Schaffung eines Kunstwerks. In Abhängigkeit zur jeweiligen Pflanzenart können Bonsais gedrahtet, geschnitten oder auch gespannt werden, um sie in die gewünschte Form zu bringen. Die Bonsaikunst ist eng mit den Traditionen der japanischen Gartengestaltung verbunden, welche nach dem perfekten Gleichgewicht zwischen natürlicher und künstlicher Schönheit strebt und stets im Einklang mit der Natur steht.

Wahre Kunst entsteht demnach aus der Natur heraus und befindet sich mit dieser im Einklang.

Die Kunst ist eine Harmonie, die parallel zur Natur verläuft. ― Paul Cezanne

Bonsai, Kiefer

Bonsaigärten zwischen Tradition und Moderne

Die japanische Gartengestaltung berücksichtigt dieses Zusammenspiel seit jeher und erklärte die Bonsaigestaltung zu einer eigenen Kultur- und Kunstform. Erst anlässlich der Weltausstellung 1889 kam der Bonsaibaum nach Europa und feiert seitdem einen Erfolgszug durch die heimischen Wohnzimmer und Gärten. Besonders das Zusammenspiel aus fernöstlicher Tradition und moderner Gartengestaltung begeistert die Menschen.

Gartenbonsais finden sich in vielerlei Formen in europäischen Vorgärten wieder. Diese sind häufig den japanischen Gärten nachempfunden und bis ins kleinste Detail geplant, damit sie perfekt mit ihrer Umgebung harmonieren. Form- bzw. Bonsaibäume stellen dabei Elemente des Lebens dar, da sie sich stetig erholen und weiterwachsen können.

Europas größtes und ältestes Bonsaizentrum

Nach japanischem Vorbild hat das Bonsai Museum in Seeboden, das als ältestes und größtes Bonsaizentrum gilt, seine Gartenanlagen gestaltet.

Die FachexpertInnen des Bonsai Museums und von Harmonie im Garten haben sich in diesem Zentrum auf die Ausgestaltung der Bonsaikunstform spezialisiert, um eine Brücke zwischen alten Traditionen und moderner Gartengestaltung zu schlagen.

All jene, die sich für einen Formbaum bzw. eine spezifische Bonsaiart entscheiden, sollten sich daher bewusst sein, dass es sich um mehr als bloße Pflanzenpflege handelt. Die Bonsaiaufzucht gleicht der Arbeit eines Künstlers, der sein Kunstwerk immer wieder verfeinert und weiter ausgestaltet. Dabei ist es wichtig, dem Bonsaibaum einen würdigen Rahmen zu bieten, damit er sich wie natürlich in seine Umgebung einfügen kann.

Camera IconDie Welt der Bonsai Gärten

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