Bonsaiformen

Die Bonsaiformen sind eine Richtlinie für die Gestaltung der Bonsais und helfen ein allgemeines Verständnis für die Formen zu entwickeln.

Bonsaimuseum Seeboden

Grundformen der Bonsai

Die Grundformen der Bonsaikunst entwickelten sich im Laufe der vergangenen 200 Jahre und wurden im Laufe der Zeit stets verfeinert. Sie bieten eine Richtlinie für alle jene die Bonsais gestalten und helfen ein allgemeines Verständnis für die Formen zu entwickeln. Alle Formen sind an die Natur angelehnt, bieten jedoch noch genug Freiraum für persönliche und kreativen Gestaltung. Die verschiedenen Grundformen können auch fließend ineinander übergehen. Besonders gelungen ist die Gestaltung stets wenn der Baum möglichst natürlich wirkt.

„Bonsai ist lebende und lebendige, immer gegenwärtige Erinnerung an die Kraft und Schönheit der Natur.“ ― unbekannter Autor

Spezialbetrieb für Bonsaipflege

Im Bonsai Museum Seeboden können über 3.000 Bonsais in einem der ältesten und größten Bonsaizentren Europas besichtigt werden. Fachkräfte bieten in dem anerkannten Spezialbetrieb für Bonsaipflege in zahlreichen Kursen  und  Ausstellungen ihre Erfahrung an.

 

Bonsai Museum Seeboden

Die Grundformen in der Bonsaikunst

Hokidachi

Besenform – Bonsai

Die Besenform eignet sich besonders gut für Laubbäume mit feiner Verzweigung. Charakteristisch sind der gerade aufrechte, kurze und gleichmäßig ausgeprägte Stamm, der nicht bis zur Baumspitze durchgeht, sondern sich ungefähr ab dem letzen Drittel der Baumhöhe in alle Richtungen sternförmig verzweigt und eine runde Krone bildet.

Besen Bonsaiform

Moyogi

Frei aufrechte Bonsaiform

Charakteristisch für die frei aufrechte Bonsaiform ist wie der Name schon sagt die freie und aufrechte Form des Baumes, der dicke Stamm der nach oben hin dünner und die „S“ Form. An jeder Außenseite der „S“ Biegung entspringt ein Ast. Das „S“ ist in harmonischen Schwüngen, die am Fuße des Stammes stärker ausgeprägter sind als an der Spitze geformt. Die Krone hat eine ungleichmäßige dreieckige Form. Die Anpflanzung des Baumes in der Bonsaischale ist nicht mittig sondern zwischen dem ersten und zweiten Drittel der Schale.

Frei aufrechte Bonsaiform

Chokkan

Streng aufrechte Bonsaiform

Die streng aufrechte Bonsaiform zählt zu einer der bekanntesten Formen und ist auch in der Natur häufig vertreten. Der dicke Stamm wird nach oben hin immer dünner und erst nach ungefähr einem Viertel der Baumhöhe wachsen die Äste. Die Spitze des Baumes befindet sich genau über dem Wurzelansatz. In der Natur kann man diese Baumform häufig in dicht bewaldeten Monokulturen finden, in denen Licht- und Nährstoffverhältnisse stets gleichbleibend sind.

Streng aufrechte Form

Shakkan

Geneigte Bonsaiform

Bei dieser Form ist der Bonsaibaum in eine Richtung geneigt – es wirkt als ob der Baum sich dem Wind der immer aus der gleichen Richtung weht angepasst hat. Die geneigte Form sollte ungefähr 60-80 Grad zum Boden betragen. Der erste Ast des Baumes befindet sich auf der Gegenseite – um das Gleichgewicht zu halten, da die Wurzeln auf der geneigten Seite schwächer ausgebildet sind. Auch hier ist der Stamm an der Basis stärker und wird nach oben hin dünner.

Geneigte Bonsaiform

Kengai

Kaskaden-Bonsaiform

Diese besondere Bonsaiform wächst nach unten. In der Natur bildet sich diese Form aufgrund der Umweltverhältnisse – an steilen Klippen, See- oder Flussufern etwa. Zunächst wächst der Bonsaibaum ein kleines Stück nach oben und bildet den ersten Ast nach oben mit einer Krone bevor er sich herabbeugt und nach unten hin weiter wächst. Die Krone des Bonsais ist oberhalb der Bonsaischale, die speziell bei diesen Bonsaibäumen besonders hoch gewählt werden und meist auf einem Podest stehen. Bei der Kaskaden-Bonsaiform ist ein kräftiger Wurzelwuchs und ein horizontales Wachstum der Äste besonders wichtig um das Gleichgewicht des Baumes zu halten.

Kaskaden Bonsaiform

Han-Kengai

Halbkaskaden Bonsaiform

Die Halbkaskaden Form ist der Kaskaden Form sehr ähnlich mit dem Unterschied dass die untersten Äste des Baumes nicht tiefer als der Boden der Bonsaischalenboden liegen. Auch bei dieser Bonsaiform wird häufig eine höhere Schale verwendet um dem Baum mehr Stabilität zu verleihen.

Halbkaskaden Bonsaiform

Funkinagashi

Windgepeitschte Bonsaiform

Der windgepeitschte Bonsai erweckt den Eindruck als würde er im stürmischen Wind stehen. Die Äste wachsen ausschließlich auf einer Seite des Baumes. Es wirkt als würde der Wind permanent aus einer Richtung kommen und die Äste biegen sich alle zur gleichen Seite.

Windgepeitschte Bonsaiform

Sokan

Doppelstamm-Bonsaiform

Der Doppelstamm Bonsai wird auch als „Zwillingsstamm“ oder „Vater und Sohn“ bezeichnet. Zwei Stämme entwachsen aus einem gemeinsamen Wurzelsystem und bilden gemeinsam die Laubkrone. Einer der beiden Stämme ist stärker entwickelt, während der andere sich an einer sehr tiefen Stelle neigt und einen eigenen Baum bildet. Dieser ist deutlich dünner ausgebildet als der andere Stamm. Optisch bilden die beiden eine Einheit. Eine weitere Form des Sokans ist der Dreifachstamm, auch „Vater, Mutter und Sohn“ genannt.

Doppelstamm Bonsaiform

Kabudachi

Mehrfachstamm – Bonsaiform

Mehrere Stämme entwachsen aus einem gemeinsamen Wurzelsystem und es sieht aus als würde es sich um einen einzigen Baum handeln. Alle Stämme bilden ein gemeinsames Laubdach. Der stärkste Stamm bildet den höchsten Punkt des Baumes.

Mehrfachstamm Bonsaiform

Yose-ue

Wald-Bonsaiform

Mehrere Bonsaibäume mit einzelnen Stämmen bilden als Baumgruppe die Wald-Bonsaiform, die den Eindruck eines älteren Waldes erwecken soll. Ein besonders realistisches Waldbild erhält man indem die Bäume nicht in einer Linie sondern versetzt und auch hintereinander in einer zufällig erscheinenden Form anpflanzt. Der stärkste und größte Baum wird im vom Rand aus gesehen im ersten Drittel gesetzt und die kleineren Bäume an den Rand.

Wald Bonsaiform