Permakultur – Vielfalt statt Einfalt

"Permakultur ist das Schaffen von kleinen Paradiesen hier auf der Erde." (Bill Mollison)

Permakultur im Garten

Leitsätze der Permakultur wie „Vielfalt statt Einfalt“, „Langfristig statt kurzfristig“, „Optimieren statt Maximieren“ drücken die Grundsätze des Konzepts Permakultur aus. Der Begriff setzt sich aus den Worten „permanent“ und „agriculture“ zusammen und bedeutet dauerhafte Landwirtschaft. Das Ziel ist eine nachhaltige und dauerhaft funktionierende naturnahe Landwirtschaft.

Lebensräume als Gesamtsystem sehen

Permakultur orientiert sich an natürlichen und nachhaltigen Systemen mit dem Ziel, ein dauerhaftes und stabiles Landnutzungssystem zu erstellen. Die nach Permakultur gestalteten Lebensräume werden als Gesamtsystem gesehen, in dem ein Zusammenleben von Mensch,Tier und Pflanze so kombiniert wird, dass es zeitlich unbegrenzt funktioniert, alle entstehenden Bedürfnisse abgedeckt und nur geringe, behutsame Eingriffe notwendig sind. Das System erhält und reguliert sich selbst und bleibt im Gleichgewicht. Vorbild sind die seit jeher funktionierenden, sich selbst regulierenden Systeme wie etwa Ozeane, Seen oder Wälder. Die wichtigsten Grundwerte der Permakultur sind:

  • Achtsamer Umgang mit der Erde
  • Achtsamer Umgang mit den Menschen
  • Selbstbegrenzung und Überschussverteilung (Wachstumsrücknahme)

Bill Mollison – Vorreiter der Permakultur

Durch den Australier Bill Mollison wurde die Idee der Permakultur geboren. 1981 erhielt er den alternativen Nobelpreis für die „Vision der Permakultur“.
Durch genaue Beobachtung der Ökosysteme konnte Mollision Gestaltungsgrundsätze für die Permakultur festlegen:

  • Diversity
    Schaffung einer großen Vielfalt von Elementen innerhalb des Systems
  • Multiple Elements
    Jede Funktion des Systems wird von mehreren Elementen erzeugt
  • Multiple Functions
    Jedes Element des Systems hat mehrere Funktionen
  • Zones
    Zonierung der einzelnen Systembereiche nach Nutzungsintensität
  • Natural Succession
    Berücksichtigung der natürlichen Entwicklung eines Elementes bzw. des Systems
  • Optimize Edges
    Optimierung der Randzonen als besonders aktive Bereiche des Systems
  • Relative Location
    Der relative Aufenthaltsort (Nische) eines Elements innerhalb des Systems
  • Elevational Planning
    Systementwicklung durch aufeinander aufbauende Elemente
  • Energy Recycling
    Wiederverwendung von Energien und Stoffen innerhalb des Systems
  • Natural Ressources
    Nutzung der natürlichen Ressourcen eines Systems
  • Sectors
    Identifizierung und Nutzung der von außen auf das System wirkenden Einflüsse (Sektoren)
  • Patterns
    Verwendung von Entwurfsmustern zur Strukturierung des Systems

Permakultur in Österreich

Der bekannteste Permakultur-Anwender in Österreich ist Sepp Holzer, auch bekannt als „Agrar Rebell“. Durch Naturbeobachtungen, Experimentieren und Besinnen auf die Erfahrungen vorheriger Generationen konnte er ein ertragreiches Naturparadies in den österreichischen Alpen schaffen. In dem extrem rauen Klima des Lungaus – auch als „Sibirien Österreichs“ bekannt – mit einer Durchschnittstemperatur von 5°C wachsen auch untypische und sehr warmebedürftige Pflanzen. Erst als Wiener Studenten auf seine Arbeitsweise aufmerksam wurden, erfuhr er von dem Konzept Permakultur. Heute beweist Sepp Holzer mit Projekten auf der ganzen Welt, dass seine Erkenntnisse in den unterschiedlichsten Klima- und Vegetationszonen anwendbar sind. Seine Biographie „Der Agrar Rebell“ hat die Bestsellerlisten in Österreich und Deutschland gestürmt und zeigt auf, wie groß das Interesse an der Permakultur ist. Sepp Holzer bietet mit Unterstützung seiner Familie Seminare, Fortbildungen, Betriebsberatungen und Konzepterstellungen an. Die Seminare und Fortbildungen finden im heimischen Krameterhof in Salzburg statt.

“Sepp Holzer hat mit seinem ganz konkreten Einsatz gezeigt, dass es auch anders geht. Seine Permakultur ist nachhaltig, erfolgreich und dem Landschaftsschutz verpflichtet.”
Reinhold Messner

Permakulturgärten auf Garten Europa

Autor

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